Geschichte

Am 9. Dezember 1969 trafen sich acht Männer zur Gründungsversammlung des Para Club Hall in der Schwäbisch Haller Weinstube Renner. Einige Gründungsmitglieder waren bereits als Fallschirmjäger bei der Bundeswehr, andere wollten springen und suchten hier eine Möglichkeit in Schwäbisch Hall Fallschirm springen zu können. Die anderen halfen aus Idealismus. Zum ersten Vorstand wurde Peter Weller aus Schwäbisch Hall gewählt.


 
Am 20 Januar 1970 wurde der junge Verein in das Vereinsregister aufgenommen. In den ersten Jahren mußten viele Schwierigkeiten überwunden werden: woher bekommt man die nötige Ausrüstung? wie soll sie finanziert werden? welche Genehmigungen müssen wo eingeholt werden? mit welchem Flugzeug wird abgesetzt? wo ist eine geeignete Landefläche? Durch Beiträge, Geld- und Sachspenden von Gönnern konnten die ersten Sprungsysteme, sogenannte Dreieicksschirme angeschafft werden. Als erstes Absetzflugzeug diente eine Cessna 172 des Motorfliegerclubs, die D-ELXI, bei der die Tür ausgebaut wurde und eine Halterung für die Aufziehleine angebracht wurde. 1971 machten die 6 Mitglieder nur anläßlich des Tag der offenen Türs des Luftsportverbandes 11 Sprünge. Im folgenden Jahr konnten die 13 Mitglieder dann schon 250mal springen
Am Flugplatz Weckrieden durfte aber nicht gesprungen werden, man fand ein Sprunggelände bei Sanzenbach, westlich von Schwäbisch Hall.

Als Auflage mußte hier unter anderem ein rauchendes Feuer brennen, später baute der Verein in Eigenleistung einen Zielkreis aus Kies. Für die Fahrten zwischen Flugplatz und Landefläche wurde ein VW-Bus angeschafft.

 

   
Ende 1974 bekam der Para Club von der Bundeswehr eine ausgemusterte DO 27 geschenkt, sie wurde von den Mitgliedern gerichtet, aber wegen der häufigen Reparaturen hatte man nicht viel Freude an ihr. Am 20. November 1976 wurde eine Cessna 206, Kennung D-ECKL, für 54 000 DM + MwSt erworben. Seit diesem Jahr war Karl Schwab erster Vorstand. 1977 hatte der Verein 56 Mitglieder.


Mittlerweile waren die Dreiecksschirme durch Rundkappen ersetzt und Schauspringen brachten Geld in die Kasse. Hier (rechts) eine Landung vom Oberroter Straßenfest vom 2. bis 4. Juni 1978, sogar schon mit Flächenfallschirm. In den Jahren 1977 und 1978 veranstaltete der Verein internationale Sprungwettbewerbe in Sanzenbach. Die Mitglieder nahmen aber auch an Wettbewerben andernorts teil, wie im August 1978 beim Buchschoren-Wanderpokal bei Pfullendorf gleich mit zwei Mannschaften.

 

 
1979 dann zwei Schicksalsschläge: die Do und die Cessna werden nach Notlandungen schwer beschädigt. Im folgenden Jahr wird, hauptsächlich finanziert durch Mitgliederumlage, für 60 000 DM wieder eine Cessna 206 angeschafft, die D-EGJP (links), Baujahr 1973. Im Bordbuch wurde dieses Ereignis nur mit wenigen Worten erwähnt:


Jürgen Zenth wird 1981 erster Vorsitzender. Die Beschwerden wegen des Fluglärms in Sanzenbach nehmen zu. (Rechts eine lustige Rechnung aus dieser Zeit) Ein anderes Sprunggelände wird jahrelang gesucht, aber nicht gefunden. 1982 darf von Juni bis August in Weckrieden gesprungen werden (siehe Bilder unten), es werden aber im ganzen Jahr nur 54 Flugstunden erreicht, der Verein hat nur noch 25 Mitglieder! Ein Sprung aus 1000 bis 1500 m kostet 21 DM.
 

 

 

 
Gerald Großmann ist ab 1985 Kopf des Vereins. Immer wieder wird um dauerhafte Sprunggenehmigung in Weckrieden nachgefragt, aber auch immer wieder abgelehnt. Die ehemaligen Flugleitungsräume, das heutige Dive-In, durfte der Para Club, soweit gesichert, ab März 1986 benützen. Seit dem 14. Juli 1987 fliegt unsere D-EGJP mit Turbomotor und etwa zu dieser Zeit bot Mitglied Hans-Joachim Birli zum erstenmal Tandemsprünge an. Der Tandemschirm wird von Herrn Reinhold Würth mitfinanziert und erhält dafür das Würth-Logo. Mitgliederstand 1988: 32 Aktive, 5 Passive, 15 Schüler.

 

 
1991 übernahm Christian Wunsch das Amt des ersten Vorstands. In den nächsten Jahren erhalten alle Schülersysteme die gerade zugelassenen Cypres-Geräte. Sie haben mit dazu beigetragen, dass es nie zu einem tödlichen Unfall kam. Der Motorfliegerclub stimmte endlich einem dauernden Sprungbetrieb in Weckrieden zu, 1994 wurde das Sprunggelände in Sanzenbach aufgegeben und der VW-Bus verkauft. Der Sprungpreis für 1200 m ist 23 DM, für 3400 m 43 DM (22 EUR). Die Bar in der Halle wird in Eigenleistung 1995 gebaut. Im November wurde von der ganzen Luftsportjugend in einer Halle auf dem Flugplatz zu einer 'modernen Tanzveranstaltung' eingeladen, mit einem Springer als Blickfang.
 

 
Der Flieger erhält seine heutige Lackierung 1996. Dieses Jahr dürfte auch das sprungreichste in der Vereinsgeschichte gewesen sein: 459 Lifts, 181 Tandems und 1830 Solosprünge. Aber der Erfolg hat seinen Preis: der Luftsportverband Hall fordert lärmreduzierende Maßnahmen an der Absetzmaschine. Sie erhält 1997 einen Schalldämpfer und einen Q-Tip-Propeller. Die ganzjährige Sprungerlaubnis für Weckrieden wird erteilt.

 

 
1998 standen 81 Personen in der Mitgliederliste. Matthias Reimer kümmert sich um die Domain www.paraclub.de, die ab Juni freigeschaltet ist, und gestaltet die Homepage. Mit Gernot Voss gibt es 2000 einen Wechsel an der Vereinspitze. Im Winter 2001/02 wird mit Boden, Wänden und Einrichtung der alten Flugleitungsräume erst ein Müllcontainer gefüllt, dann entsteht durch viele fleißige Hände das Dive-In. Im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums des Luftsports in Schwäbisch Hall 2004 präsentiert sich auch der Para Club der Öffentlichkeit.
 



 
Diese Geschichte beruht hauptsächlich auf dem fleißigen Ordnerwälzen von Gerhard Bühler, zusammengefaßt und etwas ergänzt und bebildert von Thomas Feuchter. ... to be continued